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Ratgeber Adipositas

Informationen für Betroffene und Angehörige

Adipositas behandeln

Die Reduktion überflüssigen Gewichts ist erklärtes Therapieziel bei Adipositas, wobei die Behandlungsansätze variieren können: Je nach Patient können körperliche Aktivität und eine Ernährungsumstellung, Verhaltens- und medikamentöse Therapien oder ggf. eine Operation sinnvolle Maßnahmen zur Regulierung des Körpergewichts darstellen.

Ernährungsanpassung

Wird die Ernährung des Patienten umgestellt, sollte beachtet werden, dass insbesondere der Fettkonsum deutlich einzuschränken ist. Eine Aufnahme von Ballaststoffen wird i. d. R. empfohlen, wobei jedoch nicht endgültiger Konsens darüber besteht, welche Ernährungsform zur Bekämpfung von Adipositas am besten geeignet ist. Zum Konsum von Getreideprodukten (mehrfach täglich), Obst und Gemüse, Milch und Milchprodukten sowie einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme rät z. B. die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Weitere Informationen hierzu können Adipositas-Betroffene u. a. der Leitlinie „Prävention und Therapie von Adipositas“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) entnehmen.

Körperliche Aktivität

Ergänzend zur Umstellung der Ernährung wird Adipositas-Betroffenen zur Durchführung von moderaten Sporteinheiten wie z. B. Nordic Walking, Rad fahren oder Schwimmen geraten. Diese können sich positiv auf die Energiebilanz auswirken. Sinnvoll ist jedoch auch schon das Ändern von bewegungsarmen Verhaltensmustern (u. a. Verzicht auf das Auto bei kurzen Wegen). Ergänzend wird Adipositas-Patienten oftmals auch zu Krafttraining geraten, da durch dieses einem Verlust von Muskelmasse vorgebeugt werden kann.

Das richtige Verhalten erlernen

Personen, die gering bis mittelmäßig fettleibig sind, können in der Verhaltenstherapie Methoden erlernen, mit denen sich ihre falschen Essgewohnheiten korrigieren lassen. Die Verhaltenstherapie wird i. d. R. über einen Zeitraum von ca. vier bis fünf Monaten im wöchentlichen Turnus (Sitzungsdauer ca. eine Stunde) durchgeführt. Hier lernen die Patienten u. a., sich selbst zu beobachten sowie ihre Ernährungsgewohnheiten und Ereignisse, die einen Einfluss auf ihr Essverhalten haben, entsprechend zu dokumentieren. Werden auslösende Mechanismen (u. a. Langeweile und Frust) durchschaut, kann falschen Essgewohnheiten aktiv begegnet werden.

Medikamentöse Therapie

Sind die o. g. Behandlungsansätze bei adipösen Patienten mit einem BMI von ≥ 30 sowie bei Betroffenen, die anAdipositas-Folgeerkrankungen leiden (bereits ab einem BMI ≥ 25) ausgereizt, kann der behandelnde Arzt eine medikamentöse Intervention in Erwägung ziehen. Da die einzelnen Mechanismen, mit denen sich die Nahrungsaufnahme regulieren lässt, nicht abschließend geklärt sind, ist eine Kausaltherapie nur ansatzweise möglich. U. a. wurden bereits Arzneistoffe, die die Fettresorption im Darm teilweise unterbinden, sowie Appetitzügler, die durch Auslösung von Vorgängen im Zentralen Nervensystem (ZNS) ein frühzeitiges Sättigungsgefühl verursachen, eingesetzt.

Operation als möglicher Therapieansatz

Menschen, die extrem übergewichtig sind (BMI ≥ 40) und bei denen auch die medikamentöse Therapie nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hat, können bei entsprechender Motivation von operativen Verfahren wie z. B. einer Magenverkleinerung oder dem Einsatz eines Magenbandes profitieren. Diese Behandlungsansätze verfolgen das Ziel, durch Reduktion des Magenvolumens die Nahrungsaufnahme einzudämmen. Bei den so behandelten Patienten kann sich eine Gewichtsabnahme relativ schnell einstellen, wobei sich diese dann nach eineinhalb bis zwei Jahren einpendelt. Durchschnittlich kann bei Adipositas-Patienten, die operativ behandelt wurden, eine Gewichtsreduktion von etwa 30–60 kg erreicht werden.

Welche der o. g. Behandlungsmethoden für den jeweiligen Patienten die geeignete ist, sollte in enger Rücksprache mit dem behandelnden Arzt entschieden werden.

msf

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